Inhalt
Sehr beeindruckende Gastfreundschaft beim Comenius-Projekttreffen in Rumänien
Anfang Oktober fand das 3. Treffen im Rahmen unseres Comeniusprojektes „Friends in Europe“ statt, diesmal in der Kleinstadt Baicoi in Rumänien, ca. 100 km nördlich von Bukarest und nahe der Karpaten gelegen.
Mit vielen schönen Materialien im Gepäck reisten wir ab: Mehrere Klassen und die Comenius AG hatten zum Thema „My family“ gearbeitet und Fotoalben erstellt, hübsche Rahmen für Familienfotos gebastelt – beides natürlich mit englischen Erklärungen versehen – sowie ihre Eltern interviewt. In Rumänien trafen wir auf unsere Kolleg/innen aus Spanien und Tschechien, auch alle mit fantasievollen Produkten ihrer Schüler/innen ausgestattet.
Die rumänischen Kolleginnen hatten eine wunderbare Woche für uns alle geplant, sehr herzlich und sehr professionell. Neben der Arbeit am Projekt bekamen wir die Gelegenheit, die rumänische Schule und auch Unterricht kennen zu lernen. Doch am wichtigsten war den Rumänen, uns ihr Land vorzustellen und ihre Gastfreundschaft spüren zu lassen, um so dem oftmals doch recht negativen Bild, das in vielen Ländern über Rumänien vorherrscht, etwas Positives entgegen zu setzen. Das ist ihnen gelungen!
So unternahmen wir Ausflüge in die wilde Berglandschaft der Karpaten, besuchten dort das verwinkelte „Dracula“-Schloss sowie das verspielte und reiche Sommerschloss der Könige, wurden auf eine Schnitzeljagd durch Brasov geschickt, eine Stadt mit toll erhaltenem mittelalterlichem Kern. Wir bewunderten Malereien in Klöstern, erhielten unsere Jahresdosis an Museen und erfuhren so auch etwas über die eher hässliche Ölindustrie-Stadt Ploiesti, in der wir wohnten.
Die rumänischen Kolleginnen bereiteten ein Fest für uns vor mit typischen Leckereien, Tanz, Karaoke (oh Graus) und teambuilding games (sehr lustig). Die Ehemänner standen die halbe Nacht im Regen am Grill. Ein ehemaliger Schüler lud uns in sein Restaurant ein und spendierte allen das Mittagessen. Einige Eltern, deren Kinder im Mai bei uns zu Besuch waren und in Gastfamilien wohnten, unterstützten das Projekttreffen in besonderem Maße: Eine Familie finanzierte den Minibus, der uns die ganze Woche lang mit Fahrer zur Verfügung stand, ein Vater – der Pope von Baicois rumänisch-orthodoxer Kirche – lud uns zur Spezialführung in seine Kirche ein, inklusive Segnung und Glockengeläut. Viele Eltern richteten ein herrliches Abschiedsbuffet mit vielen typischen kulinarischen Köstlichkeiten aus. Sogar eine selbst gebackene Torte, überzogen mit Zuckerguss in Form des Projektlogos (dem Kleeblatt mit den vier Flaggen), wurde serviert. Das Buffet war so umfangreich, dass auch alle Schüler/innen davon profitierten, yummy!
Wir überreichten auch Briefe der Berliner Schülerinnen an ihre im Mai gewonnenen Freundinnen und nahmen sogar kleine Geschenke für sie mit zurück nach Berlin.
Natürlich wurde in der Woche auch ernsthaft gearbeitet: Die mitgebrachten Produkte zum 3. Unterthema „My family“ wurden vorgestellt und ausgetauscht. Wir erstellten Unterrichtsmaterialien, um zu Hause mit den Produkten der Partner zu arbeiten. Die nächsten und letzten beiden Themen wurden im Detail geplant: „My dreams“ und „Free time activities“. Die Evaluation und der Projektabschluss am Ende des Schuljahres wurden besprochen. Und das vierte Projekttreffen, welches im Mai in der Tschechischen Republik stattfindet, wurde vorbereitet. In Tschechien werden auch wieder Schüler/innen dabei sein, die dann ihrerseits in Gastfamilien wohnen. Das wird aufregend!
Eine Abschiedsvorstellung, in der wir einige Lieder und viele Tänze von „folkloristisch“ über „Standard“ bis „erotisch“ bewundern durften sowie besagtes Buffet rundeten die Besuchswoche ab. Ein uns bisher eher unbekanntes Land hat sich uns in dieser Woche ein wenig erschlossen und ist uns ans Herz gewachsen – nicht zuletzt durch die persönlichen Kontakte und Gespräche. Mit dem Entschluss: „Hier kommen wir wieder her!“ traten wir die Heimreise an.
Heike Willert und Birgit Karcher
(aus dem Lehrer/innen-Team des Comeniusprojekts)


